Gesunde Ernährung? Komisch, viele unterscheiden bereits zwischen gesunder Ernährung und Essen. Gesunde Ernährung? Schon das Wort schlägt manch einem auf den Magen - das hört sich nach Nährstofftabellen und Kalorienzählerei an. Nein, Essen muss Spass machen!
Der Mensch ist, was er isst - das wusste schon Ludwig Feuerbach. Klar, wir müssen essen und trinken, um zu überleben, denn nur aus den aufgenommenen Nahrungsmitteln kann sich unser Körper mit Energie versorgen.
Aber: In unserer Überflussgesellschaft kommt Essen als natürliches Bedürfnis zu kurz, es beherrscht viele als verführerisches, sündiges, lebensgefährliches Laster.
Fest steht: Wir essen zu viel, zu süß, zu salzig, zu fett. "Der Feind heißt Fett". Beim Denken verbrennt Zucker im Gehirn, aber kein Fett. Fett lagert sich ab, lähmt den Gedankenfluss. Fett ist also für jeden Kopfarbeiter ein Feind. Hierzulande futtern die Menschen pro Tag durchschnittlich 142 gr Fett. Richtig wäre weniger als die Hälfte. Unbestritten ist, dass Obst, Gemüse und Salat, Frischkornmüsli, Rohmilch- und Sauermilchprodukte (Joghurt) wertvolle Energielieferanten sind. Genussmittel wie raffinierter Zucker, Weißmehlprodukte, Schokolade, Alkohol, Kaffee, teilweise auch Milch und vor allem das berühmte Marmeladenbrötchen zum Frühstück sind Energieräuber:
Sie kosten den Organismus mehr Energie (Verdauung), als sie bringen.
Jedoch ist Fett nichts schlechtes. Fett ist sogar wichtig. Es verleiht vielen Speisen den guten Geschmack. Es transportiert wertvolle Vitamine und die unentbehrlichen (essentiellen) Fettsäuren, die für den Aufbau von Nerven und Gehirnzellen bedeutend sind.
Prinzipiell ist Fett eine geniale Erfindung der Evolution: Denn die Fettmoleküle (Triglyzeride) sind geballte Kraft, eine konzentrierte, nahezu unerschöpfliche Energiequelle.
Ein Gramm Fett liefert neun Kilokalorien - mehr als doppelt so viel wie Kohlenhydrate und Eiweiß. Früher konnten jene, die viel Speck angesetzt hatten, Notzeiten besser überstehen.


Früher. Heute, wo es bei uns billige Nahrung satt gibt, ist der segensreiche Spender unter der Haut zum Fluch für Millionen geworden. Fehlende Ausdauer und geistige Frische, Müdigkeit und mangelnde Konzentrationsfähigkeit sind oft die Folge von falscher Ernährung. Was wir essen und wie viel ist entscheidend für unser Wohlbefinden und Energieniveau. Aber wie machen wir es richtig ? Unsere Ernährung ist ungesund und unnatürlich, wenn sie zu einem Grossteil aus schnellöslichen Kohlenhydraten besteht: Süßigkeiten, Grau- oder Weißbrot, Pizzen, Alkohol, süße Softdrinks, Kekse, Torten - Sie wissen schon.
Für eine gesunde Ernährung gilt: Essen Sie möglichst von allem etwas: Dabei sollten energiespendende, stärkehaltige Sattmacher (Brot, Nudeln (natürlich auch Spätzle ;-), Getreide, Reis) im Vordergrund stehen. Denn diese geben im Gegensatz zu kurzkettigem Zucker Ihre Energie konstant ab, sättigen lange und versorgen den Körper zudem mit Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem in der Vollkornversion.
Einmal täglich gehört eine Portion Fisch, Fleisch oder Käse auf den Tisch, das versorgt uns mit den Aminosäuren (Eiweiße), die nicht im Körper hergestellt werden können.
Als Grundregel: Essen sie mehr als die Hälfte "Lebens"-mittel: frisches Obst, Gemüse, Getreide, Tartar, Carpaccio oder - wie die Japaner - Fisch in roher Form (Sushi). Es gibt nichts, was vitaminreicher ist. Wenn Sie so Ihren Speiseplan schreiben, bleibt die andere Hälfte für Kompromisse: für Tafelspitz, Torte und einen schönen Rotwein.